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Was ist Legasthenie oder Dyskalkulie?

Die Legasthenie/Lese-Rechtschreibschwäche/ LRS und die Dyskalkulie / Rechenschwäche/ RS sind angeborene oder erworbene Teilleistungsschwächen (bzw. umschriebene Entwicklungsstörungen), die bei vielen Schüler/innen ab der 1. Klasse in unterschiedlicher Ausprägung auftreten.

Ziel des Förderunterrichts

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Förderansatz, der eine umfassende Persönlichkeitsstabilisierung des Schülers / der Schülerin zum Ziel hat, da die aufgetretenen LRS und/oder RS in der Regel nicht isoliert betrachtet werden dürfen. So sind häufig Wahrnehmungs- und Konzentrationsstörungen dafür verantwortlich, dass die schulischen Leistungen nicht den Erwartungen entsprechen. Die SchülerInnen und ihre Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt der Förderung und nicht die einzelnen Fehler, die begangen werden.

Symptome einer Leseschwäche (u.a.):


Symptome einer Rechtschreibschwäche
(u.a.):

Symptome einer Rechenschwäche (u.a.):

niedrige Lesegeschwindigkeit

Leseunlust

häufiges Stocken

ungenaue Betonung

Verlieren oder Auslassen einer Zeile im Text

Vertauschen, Weglassen oder Hinzufügen von Buchstaben, einzelnen Silben oder Wörtern innerhalb eines Satzes

Schwierigkeiten bei der Sinnerfassung des Textes

hohe Fehlerzahl bei ungeübten Diktaten und auch bei abgeschriebenen Texten

Schreibunlust

Auslassen einzelner Buchstaben oder ganzer Wortteile

Einfügen falscher Buchstaben oder Wortteile

Buchstabendreher innerhalb eines Wortes: z. B. b statt p oder p statt q

Regelfehler - Grammatik und Interpunktion

Dehnungsfehler,  Groß- und Kleinschreibung

Schwierigkeiten beim Rechnen im Zahlenraum bis 20 und/oder bei Zehner-übergängen 

Zählfehler, Finger u.a. als Zählhilfe

mangelhaftes Vorstellungs-vermögen für Mengen, Zahlen, Maße, Gewichte, Entfernungen

Zahlendreher beim Aufschreiben der Zahlen

Schwierigkeiten beim Lösen von Textaufgaben

Verwechslung und Nicht-beachten von Rechenarten und Rechenzeichen 

      Auswendiglernen statt   
      Verstehen


Wie wird gefördert?

Der Förderunterricht nutzt sowohl neue lernpsychologische und didaktische Erkenntnisse als auch langjährige Erfahrungen in der Lernmethodik.
In den Unterricht durch qualifizierte Förderlehrer werden heilpädagogische Grundsätze und spieltherapeutische Ansätze einbezogen.

Die Förderung wird als Einzeltraining bzw. in Zweier- oder Dreiergruppen (in Bad Schwartau auch in Kleingruppen bis zu 4 Schülern) durchgeführt und bereits ab der 1. Klasse bis zum Abitur angeboten.

Grundlage für die Förderarbeit sind speziell für LRS- und RS-Schüler entwickelte Materialien zum Leseaufbau und zum Rechtschreib- bzw. Rechentraining, z. B. das Marburger Rechtschreibtraining und die Bergedorfer Materialien. Mit den eingesetzten Lernmaterialien werden die verschiedenen Schwierigkeiten und Kenntnislücken gezielt angegangen, um dadurch einen systematischen Aufbau des Lesens und Schreibens bzw. des Rechnens zu bewirken.

Sinnvoll unterstützt wird der Förderunterricht durch den Einsatz vielfältiger Lernspiele und Übungen zur Sinneswahrnehmung und Motorik sowie durch ein Hör-, Seh- und Konzentrationstraining zur Stärkung der akustischen, visuellen und räumlichen Wahrnehmungsfähigkeit.
Daneben trägt auch die Arbeit an Computern mit spezieller Lernsoftware, deren Inhalt von den Lehrkräften individuell angepasst werden kann,  zum Lernerfolg bei.

Wie lange dauert die Förderung?

Der Zeitraum, der für eine sinnvolle Förderung benötigt wird, ist unterschiedlich. Die Erfahrung zeigt, dass eine schnelle Abhilfe meist nicht möglich ist. Alle Beteiligten – Kinder, Eltern und Lehrkräfte – sollten sich auf einen längeren Zeitraum von ein bis zwei Jahren einstellen.
Allgemein lässt sich jedoch sagen: je früher die Symptome einer LRS oder RS erkannt und ernst genommen werden, desto eher können gravierende und nachhaltige Lernstörungen vermieden werden.

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